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Procure-to-Pay

Alles, was ein Unternehmen einkauft, vom Rohmaterial bis zur Hotelnacht, ist ein Geschäftsvorfall, der Belege hinterlässt: eine Bestellung, einen Wareneingang, eine Rechnung, eine Zahlung. Die Belege entscheiden, wie jeder Schritt gebucht wird. Wie fein, hängt von drei Dingen ab: von der Kostenart, von der Wesentlichkeit und davon, was das Gesetz verlangt. Softwarehersteller nennen das den Spend-Prozess.

Betriebsmodell
Öffentlich

Wer ihn führt

Der Spend-Prozess ist auf mehrere Abteilungen verteilt, und jede Stufe hat ihre Verantwortlichen. Der Universal Spend Process von Acunomic weist die Rollen zu:

Den Prozess administrieren
Administration
Regeln und Richtlinien festlegen
Controlling, Finanzleitung
Eine Firmenkarte beantragen
Einkauf, Spesen einreichende Person
Budget festlegen, planen
Controlling, Kostenstellen­verantwortliche
Abonnieren, bestellen
Einkauf, Controlling
Belege sammeln und erkennen
Leitung Kreditorenbuchhaltung
Prozess
Öffentlich

Ein Bauplan für jeden Einkauf

Der Prozess läuft für Waren, Dienstleistungen und Spesen gleich ab. Er wird definiert und geregelt, budgetiert, dann geplant oder abonniert. Danach laufen zwei Spurpaare nebeneinander. Bestellen und Empfangen sind die Versorgung. Aufwand und Ausgabe sind das Geld: Der Aufwand sind die Kosten, die dem Unternehmen entstehen, die Ausgabe ist das Geld, das die Bank verlässt. Die Buchhaltung läuft die ganze Zeit mit, nicht erst am Ende.

Spend-Management
Definieren
Regeln
Budgetieren
Planen oder abonnieren
Bestellen
Empfangen
Aufwand
Ausgabe
Abstimmen
Ablegen
Buchen und berichten
Aufwand (Kosten entstehen)
Erfassen
Kanal?
Format und Positionen?
Welche Felder?
Prüfen
Leistung und Zeitraum?
Lieferant?
Indirekte Steuern?
Mit Bestellung?
Zuordnen?
Richtlinie?
Freigeben
Abweichung?
Betrag?
Vier-Augen-Prinzip?
Buchen
Ausgabe (bezahlen)
Bank
Vorbereiten
Autorisieren
Ausführen
Laufende Transaktions­kontrollen (CTC)?
Buchen
Abstimmen
Ausgabe und Aufwand abgleichen
Zuerst: jede Zahlung zu ihrer Verbindlichkeit
Dann: den Kontoauszug zum Hauptbuch
Buchen

Seitwärts scrollen, um die ganze Grafik zu sehen.

markiert: entscheidet am häufigsten
Der Bauplan des Spend-Prozesses von Acunomic. Aufwand: erfassen, prüfen, freigeben. Ausgabe: die Zahlung bei der Bank vorbereiten, autorisieren und ausführen. Abstimmen: Ausgabe und Aufwand abgleichen. Die Fragen muss jeder Schritt beantworten; die markierten entscheiden am häufigsten, ob ein Beleg überhaupt gebucht werden kann.

Eine Verbindlichkeit ist kein Aufwand. Die Rechnung begründet eine Schuld; in welche Periode die Kosten gehören, ist eine eigene Frage, die Abgrenzungen beantworten. Kartenbelastungen und Rückvergütungen sind Zahlungen, keine Kostenarten.

Vier Kostenarten, vier Spuren

Wo Kosten entstehen, bestimmt, welche Belege sie nachweisen. Waren kommen mit Lieferung und Wareneingang, Dienstleistungen mit Leistungsbeschreibung und Leistungsnachweis, Software und Werbung mit Nutzung und Kartenbelastung, Reisen mit Antrag, Reisebuchung und der Reise selbst. Alle vier enden in der Kreditorenbuchhaltung oder einem gleichwertigen Schritt, dann in einer Zahlung und schliesslich in der Abstimmung.

Beschaffung
Die Reise
Kreditorenwesen
Finanzwesen
Warenkosten
Material und Anlagen
Bestellung
Wareneingang
Lieferanten­rechnung, Gutschrift, Mahnung, Voraus­zahlung
Zahlung
Abstimmung
Arbeitskosten
Dienstleistungen
Vertrag (Leistungs­beschreibung)
Leistungs­nachweis
Lieferanten­rechnung
Zahlung
Abstimmung
Gemeinkosten
Marketing und IT
Nutzung
Karten­belastung
Lieferanten­rechnung
Karten­abrechnung
Abstimmung
Gemeinkosten
Reisen
Reiseantrag
Reisebuchung
Karten­belastung
Unterwegs: Spesen, Kilometer, Taggelder, Grenzübertritte
Abrechnung
Rück­erstattung
Abstimmung

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Die vier Spuren des Spend-Prozesses. Die Lücke zwischen Lieferung und Kreditoren ist Zeit: Waren und Dienstleistungen warten auf ihre Rechnung, eine Reise auf ihre Abrechnung.

Auch Reisen sind Beschaffung. Ein Reiseantrag ist eine Bedarfsmeldung, eine Reisebuchung eine Bestellung, und die Landung, der Check-out im Hotel oder die Rückgabe des Mietwagens sind die Leistungsnachweise, die die Bestellung als geliefert markieren. Buchungs- und Servicegebühren wirken wie Bezugsnebenkosten.

Die Abstimmung ist die Schattenarbeit

Die meiste Arbeit liegt am Ende: Ausgabe und Aufwand zusammenzubringen. Die erste Abstimmung ordnet jede Zahlung ihrer Verbindlichkeit zu und ziffert den offenen Posten aus; die zweite stimmt den Kontoauszug mit dem Hauptbuch ab. Wo sie nicht übereinstimmen, hat der Unterschied einen Grund: eine Kartenbelastung, deren Rechnung noch fehlt, eine Vorauszahlung für eine Leistung, die noch kommt, eine Währungsdifferenz, eine private Ausgabe auf der Firmenkarte.

Belege
Kunden

Vom Beleg zur Buchung

Keine Buchung ohne Beleg. Das Obligationenrecht verlangt «den Belegnachweis für die einzelnen Buchungsvorgänge» (Art. 957a OR), das HGB, dass sich jeder Geschäftsvorfall in seiner Entstehung und Abwicklung verfolgen lässt (§ 238 HGB). Der Beleg entscheidet auch, wie der Schritt gebucht wird: Eine Buchungsbestätigung oder eine Proforma-Rechnung kann eine Vorauszahlung tragen, die Rechnung trägt die Vorsteuer, der Kontoauszug schliesst die Zahlung ab.

Aus einem Geschäftsvorfall werden zwei Transaktionen: Die Rechnung begründet die Verbindlichkeit, die Zahlung gleicht sie aus. Ein System, das beides in eine Zeile schreibt, verliert die Spur, der die Revision folgt.

Wie fein buchen

Die Wesentlichkeit bestimmt, wie viel Detail eine Buchung braucht, und Reisen zeigen den Zielkonflikt am besten. Eine monatliche Sammelrechnung eines Reisebüros bedeutet weniger Belege, aber mehr Buchungen, mehr Verzögerung und Abgrenzungen für die letzten Tage des Monats. Eine Rechnung pro Reisebuchung, mit der Karte bezahlt, bedeutet mehr Belege, aber weniger Buchungen und keine Abgrenzung am Monatsende. Eine monatliche Kartenabrechnung als eine einzige Lieferantenrechnung wirkt am einfachsten und ist nicht zu empfehlen.

Eine Rechnung pro Reisebuchung, mit der Karte bezahlt
Am meisten Automatisierung
Monatliche Sammelrechnung
Verbreitet
Monatliche Kartenabrechnung als eine Rechnung
Nicht zu empfehlen
Belege Mehr: einer pro Lieferant und Buchung Weniger: einer im Monat Einer im Monat
Buchungen Weniger Mehr, über ein Transitkonto, das nie auf null geht Eine, am Monatsende kontiert
Monatsende Nichts abzugrenzen Abgrenzungen für die letzten Tage Die ganze Arbeit in den letzten Tagen
Währungen und MWST Jede Zeile behält Währung und Steuercode Zeilen aus der Abrechnung Gemischte Währungen und Steuercodes, manchmal aus mehreren Ländern

Die Untergrenze, die das Gesetz setzt. Eine gültige Rechnung für jede Leistung, für die Vorsteuer geltend gemacht wird. In Deutschland strukturierte E-Rechnungen zwischen inländischen Unternehmen: für Umsätze ab 2027, wenn der Vorjahresumsatz des Ausstellers EUR 800 000 überstieg, ab 2028 für alle (§ 14, § 27 Abs. 38 UStG). Geschäftsbücher und Buchungsbelege zehn Jahre aufbewahrt in der Schweiz (Art. 958f OR), Buchungsbelege und Rechnungen acht Jahre in Deutschland (§ 147 AO, § 14b UStG).

Das Obligationenrecht kennt die Wesentlichkeit: Die Rechnungslegung «muss das Wesentliche enthalten» (Art. 958c OR), und bis CHF 100 000 Nettoerlös darf ein Unternehmen sogar auf die zeitliche Abgrenzung verzichten und auf Einnahmen und Ausgaben abstellen (Art. 958b OR). Keine Wesentlichkeit ersetzt aber den Beleg, den das Gesetz verlangt.

Geschäftsreisen: wo die Regeln kollidieren

Eine Hotelnacht im Ausland trägt die Mehrwertsteuer des Landes, in dem das Hotel steht (§ 3a UStG, Art. 8 MWSTG). Diese Steuer lässt sich nicht in der eigenen Abrechnung geltend machen, nur im Vergütungsverfahren dieses Landes, und ein Beleg, der im Inland genügt, kann dort scheitern.

Schweizer Unternehmen, Hotel in der Schweiz, Rechnung auf den Namen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters

Vorsteuer abziehbar

wenn es offensichtlich Geschäftsaufwand ist (ESTV, MWST-Info 09, Ziff. 1.6).

Ausländisches Unternehmen, Hotel in der Schweiz, dieselbe Rechnung, Vergütungsantrag

Keine Vergütung

Die Rechnung muss auf das Unternehmen lauten; Kassenzettel und Bahnbillette berechtigen nie, unabhängig vom Betrag. Mindestens CHF 500 im Jahr, eingereicht bis 30. Juni des Folgejahres (Art. 153 bis 155 MWSTV; ESTV, MWST-Info 18).

Deutsches Unternehmen, Hotel in Deutschland, Rechnung über EUR 250

Strukturierte E-Rechnung

nach dem Ende der Übergangsfrist: für Übernachtungen ab 2027, wenn der Vorjahresumsatz des Hotels EUR 800 000 überstieg, ab 2028 für alle (§ 14, § 27 Abs. 38 UStG). Fahrausweise und Rechnungen bis EUR 250 bleiben ausserhalb der Pflicht (§§ 33, 34 UStDV).

Eine Hotelrechnung, drei Regelwerke.

Taggelder und Kilometerpauschalen sind Pauschalen an die Mitarbeitenden, keine Lieferantenrechnungen, und tragen deshalb keine Vorsteuer. Deutschland legt die Verpflegungspauschale im Gesetz fest: EUR 28 für einen ganzen Tag Abwesenheit und EUR 14 für den An- und den Abreisetag (§ 9 Abs. 4a EStG).

Auswirkung auf die Buchhaltung
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Was es ist und wofür es dient

Die Kostenart sagt, was eingekauft wurde: Material, bezogene Leistungen, Personal, übriger Betriebsaufwand. Ob Kosten über oder unter der Linie des Bruttoergebnisses stehen, entscheidet etwas anderes: wofür sie verwendet wurden. Ein Freelancer im Kundenprojekt gehört zu den Kosten der verkauften Leistungen; derselbe Freelancer an der Firmenwebsite ist Verwaltung.

Rechnungszeile
Freelancer, 40 Stunden
Was wurde eingekauft?
Wofür?
Bezogene Leistungen
Kostenart, Konto
Kundenprojekt
Firmenwebsite
Nach Kostenarten
Gesamtkostenverfahren
Nettoerlöse
Material und bezogene Leistungen
Personalaufwand
Übriger Betriebsaufwand
Abschreibungen
Betriebsergebnis
Nach Funktionen
Umsatzkostenverfahren
Nettoerlöse
Kosten der verkauften Leistungen
Bruttoergebnis
Vertrieb
Verwaltung
Betriebsergebnis

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Eine Rechnungszeile, zwei Antworten, zwei Darstellungen der Erfolgsrechnung. Vereinfacht: Die Mindestpositionen stehen in Art. 959b OR und § 275 HGB.

Beide Länder lassen die Wahl. Das Obligationenrecht erlaubt die Produktionserfolgsrechnung oder die Absatzerfolgsrechnung (Art. 959b OR), das HGB das Gesamtkosten- oder das Umsatzkostenverfahren (§ 275 HGB). Nur die Darstellung nach Funktionen kennt eine Linie des Bruttoergebnisses, das «Bruttoergebnis vom Umsatz» (§ 275 Abs. 3 HGB). Jede Einkaufszeile braucht deshalb zwei Antworten: ihre Art, das Konto, und ihre Funktion, eine Kostenstelle oder einen Funktionsbereich auf der Zeile.

Datenmodell
Architecture Affiliates

Datenmodell

Hinter jedem Beleg steht ein Datensatz, hinter jeder Buchung eine Tabellenzeile. Die Tabellen jedes Systems, mit ihren Schlüsseln und Verbindungen: auf welche Bestellzeile ein Eingang zeigt, mit welcher Zeile eine Rechnung abgeglichen wird.

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